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Darum ist Norwegen ein Paradies für Literatur-Fans, Autoren und Verlage

Auch wenn der Buchmarkt in Norwegen kein echter Selbstläufer ist: Das nördlichste Land Skandinaviens ist ein Paradies für passionierte Leser und Schriftsteller! Hier werden keine Steuern auf Bücher erhoben, Lesen wird gezielt gefördert und es gibt Stipendien für Autoren sowie eine Abnahme-Garantie für Verlage.

Norwegen, Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2019, tut einiges dafür, um Literatur zu fördern. 550 Buchhandlungen verteilen sich über das Land, das gerade mal gut fünf Millionen Einwohner hat. Und das mit gutem Grund: Jeder Norweger liest im Schnitt 15,5 Bücher pro Jahr, 88 Prozent aller Norweger liest regelmäßig ein Buch - und dies vorzugsweise von inländischen Autoren: Die etwa 100 norwegischen Verlage veröffentlichen circa 5000 neue Titel pro Jahr, von denen fast 70 Prozent von einheimischen Verfassern stammen.

Warum das so ist, ist einfach erklärt. Das wirkungsvollste Instrument ist die Abnahmeregelung: Der staatlich finanzierte Kulturrat kauft jährlich bis zu 1.500 Exemplare aus einer Liste von etwa 600 Neuerscheinungen an und teilt sie öffentlichen Bibliotheken im ganzen Land zu. Norwegen sieht Literaturförderung als politische Aufgabe und fördert sie entsprechend. Außerdem gibt es keine Mehrwertsteuer auf Bücher. Bisher galt das nur für gedruckte Bücher, seit Kurzem sind auch E-Books steuerbefreit.

Autoren sind Teil eines solidarischen Systems. Schriftsteller verdienen nicht an verkauften Exemplaren, die Einnahmen der Verlage fließen in einen Fonds, der an alle Autoren ausgeschüttet wird. Wer richtig Glück hat, erhält gar bis zu zehn Jahre lang ein staatliches Stipendium und kann somit ohne finanzielle Sorgen schreiben, schreiben, schreiben.

Damit auch jüngere Generationen Spaß am Lesen haben, investiert Norwegen in die Leseförderung. Beispiel: In Oslo wurde mit einem Millionenbudget eine Kinder- und Jugendbücherei (Zutritt nur für Kinder zwischen 10 und 15 Jahren) aufgebaut, die europaweit Maßstäbe setzt. In der "Biblo Tøyen" geht es zu wie auf einem Abenteuerspielplatz. Gelesen wird in einem ruhigen U-Boot, ringsherum wird in tollen Motto-Ecken gespielt, gemalt, gebastelt und gekocht.

Und Literatur aus Norwegen freut sich auch im Ausland wachsender Beliebtheit: Die Organisation Norla, ebenfalls staatlich gefördert, kümmert sich um die Vermarktung in anderen Ländern. So hat sich allein in Deutschland die Zahl der norwegischen Bücher im Handel in den letzten 15 Jahren verfünffacht.

In dieser Hinsicht können wir also noch viel von Norwegen lernen!